Turnhallen offen für Skater?
Mit der Verfügbarkeit von öffentlichen Hallen wird die ganzjährige und regelmäßige Ausübung des Inlineskatens möglich und die Abhängigkeit vom Wetter und vom Tageslicht entfällt.
Leider ist bei den Trägern von öffentlichen Turnhallen das Inlineskaten wegen der anfänglichen Probleme (abfärbende Rollen oder kantige, hervorstehende, Achsverschraubungen) sowie wegen eines schlechten Images der Aggressive-Szene schnell in Misskredit geraten (obwohl Rollschuhlaufen in Hallen seit Jahrzehnten selbstverständlich ist).
Die bestehenden Verwaltungsstrukturen sind komplex. Einen Antrag, den das Schulamt befürwortet, kann das Hochbauamt zurückweisen. Und es gibt neben dem Träger einen Hausleiter/Rektor, einen Hausmeister und Reinigungskräfte, die alle auf gutes Einvernehmen untereinander angewiesen sind. Hier gilt es den richtigen Ansatzpunkt zu finden und viel Glaubwürdigkeit aufzubieten.
Mit folgenden Einwänden ist zu rechnen:
- Angeblich mangelnde Eignung des Bodenbelages
- Angeblich Garantieverweigerung des Bodenherstellers
Hohe Beschleunigungs- und Fliehkräfte sollen zum Abscheren der Beläge führen
- Sprünge sollen den Schwingboden angreifen
- Verschraubungen und Schnallen verursachen dauerhafte Schäden
- Rollen und Stopper verursachen nachhaltige Gebrauchsspuren
Mögliche Maßnahmen
Grundsätzlich besteht ja die Möglichkeit, mit Skates zur Halle zu fahren, um dort zu trainieren. Hier muss klar sein, dass die Skates den Sportschuhen gleichzustellen sind- sie dürfen nur in der Halle verwendet werden. Ein Verantwortlicher muss ggf. mit einer harten Bürste (oder auch einer Zange) sicherstellen, dass alle Sportgeräte wirklich sauber sind und dass keine scharfkantigen Teile in den PU-Rollen stecken!
Zwar hinterlassen Rollen bei dynamischem Einsatz sichtbare Spuren, doch ist das bei Sportschuhen nicht anders. Es gilt ggf., nachzuweisen, dass auch farbige Rollen lediglich blindmachende Spuren erzeugen. Die drecken sich im normalen Sportbetrieb wieder ein bzw. verschwinden spätestens bei der wöchentlichen Feuchtreinigung.
Den einzig wirklichen Kummer können die Stopper bereiten: sie müssen natürlich wirksam abgeklebt oder abgeschraubt werden! Beim Abschrauben ist jedoch zu beachten, dass i.d.R. wegen der nun überstehenden Achskappen eine kürzere Achse (Normallänge) eingebaut werden muss! Hier kann ggf. die Achse einer der inneren Rollen verwendet werden, die dann einfach entfällt. Auch wenn sie zum Bremsen nicht eingesetzt werden, erzeugen sie doch beim Standardsturz seit-/rückwärts eine längere, dünne, schwarze, Abriebspur, die sich bei der normalen Reinigung nicht entfernen lässt. Für solche Fälle gibt es ein chemisches Produkt 1 welches mit dem Scotchschwamm aufgetragen und nach dem Reinigen mit trockenem Lappen abgewischt wird. Diese Behandlung entfernt zwar punktuell die bisherige Versiegelung und Schmutzschicht, doch homogenisiert sich das Bild bei weiterem Betrieb bzw. nach der nächsten Reinigung.
Wie schon angedeutet, ist die Praktikerebene oft entscheidend beim Ja oder Nein. Es lohnt sich, eine Probezeit auszuhandeln, und dann mit Hausmeister und Reinigungspersonal konkrete Abmachungen zu treffen. Und was spricht dagegen, zum Abschluss des Trainings auf unseren Skates mit dem breiten Besen eine schnelle Trockenreinigung durchzuführen?
Gegenseitigen Erfahrungsaustausch pflegen: Wo stehen Hallen zur Verfügung, wie war das Vorgehen...?
TrainingInTurnhalle
Gutachten
Empfehlungen der Arbeitsgruppe Sportstätten in der Sportministerkonferenz (Hamburg 16./17.4.1997):
Aufgrund von zahlreichen Anfragen der Städte und Gemeinden, ob Inline-Skating in kommunalen Sporthallen unbedenklich ist oder unvermeidlich zu Schäden am Sportboden führt, hat sich die Arbeitsgruppe Sportstätten in der Sportministerkonferenz mit dieser Fragestellung befasst. In Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft wird folgende Empfehlung ausgesprochen:
Gegenüber Inline-Skating in Sporthallen bestehen keine Bedenken, sofern nachfolgende Bedingungen erfüllt sind:
- Der Aufbau des Sportbodens ist flächenelastisch.
- Durch qualifizierte Aufsichtspersonen (geschulte Lehrer/innen, Trainer/innen oder Übungsleiter/innen) wird sichergestellt, dass
- keine Sprünge durchgeführt werden,
- nur Skates zum Einsatz kommen, die ausschließlich im Innenbereich verwendet werden und
- nur Skates mit nicht abfärbenden Rollen und ohne Stopper benutzt werden.
- Die Anzahl der Unterrichts-/Trainings- oder Übungsteilnehmer und -teilnehmerinnen ist auf die Größe der Sportfläche und auf die Anzahl der Aufsichtspersonen abgestimmt. (Orientierungshilfe:
- bis zu 15 Teilnehmer und Teilnehmerinnen pro Halleneinheit 15m x 27m und
- bis zu 15 Teilnehmer und Teilnehmerinnen pro Aufsichtsperson.)
Produkt kann bei Hajo Schlehufer erfragt werden (1)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Inlineskaten aus der freien Bibliothek Wikibooks und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In den Wikibooks ist eine Liste der Autoren verfügbar. Hauptautor: H.-J. Schlehufer, Oktober 2005 StuermtDieHallen_orig.txt |
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