Inhalt
Contents
- Inhalt
- Hinweis zu diesem Dokument
- Verkaufsargumente bei Inline-Skates
- Bei meinem Discounter gibt es gerade Inline-Skates. Sind die gut?
- Aber ich will doch nur mal probieren, ob das was für mich ist!
- Welche Marke sollten die Skates haben?
- Was sind im Moment gute und haltbare Inliner so zwischen XX und XXX Euro?
- Welches sind die besten Inline-Skates?
- Kennt jemand diesen Skate und kann etwas darüber aussagen? Die Inliner sehen sehr bequem aus.
- Woher weiß ich eigentlich, wann mir ein Skate richtig passt?
- Dieses Modell hat vorne kleine und hinten große Rollen. Wofür ist das gut?
- Was ist der Vorteil einer Aluminium-Schiene im Vergleich zu einer Kunststoff-Schiene?
- Ist ABEC 5 noch die angesagte Kugellagerqualität oder ist der Standard schon bei ABEC 7, 9 oder sonstwo?
- Ich will Speedskater werden: Wieviele Rollen sollte der Skate haben, und wie groß sollen diese sein?
- Welchen Sinn haben gewachste Schnürsenkel?
- Meine Füße schmerzen bereits nach kurzer Zeit, was mache ich falsch?
- Worauf sollte ich bei der Schutzausrüstung achten?
Hinweis zu diesem Dokument
Diese FAQ ist im Aufbau und jeder kann sich hier aktiv daran beteiligen. Es ist eine Antwortsammlung aus der Newsgroup de.rec.sport.inlineskating. Nicht alle Informationen sind sauber formuliert, aber es ist ein Anfang. Los geht's!
Bitte beachtet bei Verweisen auf dieses Dokument, dass sich die Nummerierung auf Grund von Veränderungen immer mal wieder verschieben kann.
Verkaufsargumente bei Inline-Skates
Folgende Bezeichnungen werden in Prospekten und von Verkäufern als besonders positive Merkmale von Inline-Skates angepriesen:
- Aluminium-Schiene
- Soft-Boot
- ABEC X (Wobei X möglichst hoch ist, irgendwas zwischen 7 und 13)
Generell spricht nichts gegen diese Eigenschaften. Der inflationäre Gebrauch dieser Begriffe seitens der Hersteller macht aus dem einstigen Alleinstellungsmerkmal jedoch eine Eigenschaft, die heutzutage quasi jeder Skate erfüllt, egal zu welchem Preis und zu welcher Qualität. Das allein sollte als Verkaufsargument also nicht genügen. Einige dieser Punkte werden im Folgenden noch näher erläutert.
Bei meinem Discounter gibt es gerade Inline-Skates. Sind die gut?
Das Problem ist, dass man sie in der Regel nie vorher testen kann, da sie wirklich erst zu diesem Zeitpunkt auf den Markt kommen. Tests haben auch gezeigt, dass man nicht unbedingt von der gleichen Qualität des Vorjahres ausgehen kann. Nachteile beim Kauf bei einem Discounter:
- Keine Beratung beim Kauf
- "Unpassende" Umgebung, um mal 20 Minuten in einem Schuh zu stehen
- Ersatzteilbeschaffung fast unmöglich
Über die Qualität lässt sich pauschal kein Urteil bilden. Sie bewegt sich aber durchweg im unteren Bereich. Es hat noch keinen Inline-Skate gegeben, der für unter 50 EUR die Ansprüche eines ambitionierten Inline-Skaters erfüllt. Der Fokus liegt dabei klar auf einem niedrigen Preis zu Lasten der Qualität. Um überhaupt eine Vergleichsmöglichkeit zu schaffen, sollte man vorher in einem Fachgeschäft verschiedene Modelle anprobieren.
Links zum Thema:
Eine Liste von Inline-Skates, die es 2004 bei diversen Discountern gab (skateclub.de)
Ein Text darüber, warum Anfänger keine Billigskates kaufen sollten (skateclub.de)
Aber ich will doch nur mal probieren, ob das was für mich ist!
Frage besser bei einem Verein oder leih' dir Skates von Freunden. Auch Sportgeschäfte und Skate-Veranstaltungen bieten so etwas oft an. Wenn du gleich mit den Inline-Skates vom Discounter loslegst, hast du erstens keine Anleitung und Hilfe und zweitens wirst du womöglich den Spaß am Sport schnell wieder verlieren, da das Material ungeeignet ist.
Welche Marke sollten die Skates haben?
Mittlerweile stellen viele Hersteller hochwertige Skates her, die sich auf ähnlichem Niveau bewegen. Empfehlungen für eine Marke beruhen oft auf subjektiven Erfahrungen, oder aus Zeiten, als nur eine Firma wirklich brauchbare Inline-Skates hergestellt hat. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei! Schlimmer noch: Firmen ruhen sich gern auf Lorbeeren aus und nutzen diesen guten Ruf, um minderwertiges Material zu verkaufen. Skates verschiedener Hersteller unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern vor allem in der Passform. Jeder muss für sich die passende "Marke" finden.
Was sind im Moment gute und haltbare Inliner so zwischen XX und XXX Euro?
Der letzte, den ich nach einem guten und haltbaren Auto zwischen 20.000 und 50.000 EUR gefragt habe, hat mir mit "Audi" geantwortet. Viel konnte ich damit nicht anfangen. Also, was hast du vor? Ein bisschen Rumeiern, Nachtskaten, Slalom fahren, Grinden, Rampen fahren, Hockey spielen, oder richtig schnell fahren? Wie oft? Kannst du schon skaten? Hast du schon andere Skates? Hast du überhaupt schonmal welche anprobiert? Nur so können wir dir weiterhelfen.
Ein guter Verkäufer, der dich wirklich beraten will stellt dir all diese Fragen.
Die anderen, die direkt zum Regal laufen, wollen dir nur irgendwas verkaufen.
Welches sind die besten Inline-Skates?
Selbst wenn dir das Geld egal ist und du weißt, für welchen Zweck du den Skate nutzen willst, kann dir niemand den perfekten Skate für dich nennen. Je nach Passform sitzen dir Skates unterschiedlicher Preisklassen unterschiedlich gut. Den für dich passenden wirst du nur finden, wenn du die hier beschriebenen Tipps beachtest (Passform) und verschiedene Skates dahingehend einschätzt. Probiere mehrere Inline-Skates an, leih dir welche von Freunden, vergleiche immer wieder. Mit der Zeit wirst du für bestimmte Bauweisen und Marken Vorlieben entwickeln. Im fortgeschrittenen Stadium wirst du womöglich deinen ganz eigenen Skate aus Einzelteilen kreieren (Custom Skate), mit allen Eigenschaften, die du benötigst. Viel Spaß dabei!
Kennt jemand diesen Skate und kann etwas darüber aussagen? Die Inliner sehen sehr bequem aus.
Sie müssen bequem sein, nicht bequem aussehen. Probier sie an! Achte darauf, dass du festen Halt hast, ohne dass es drückt. Vergleiche mit anderen Skates. Lies weiter!
Woher weiß ich eigentlich, wann mir ein Skate richtig passt?
Nimm dir Zeit. Zunächst einmal solltest du Inline-Skates eher am Abend kaufen, da die Füße im Laufe des Tages leicht anschwellen. Ein großer Fehler ist es, Skates zu groß zu kaufen. Die Kraftübertragung zwischen Fuß und Schuh ist maßgebend. Dicke Socken und zusätzliche Sohlen können diese Lücke nur teilweise schließen und sollten - wenn möglich - vermieden werden. Die meisten Skates weiten sich mit der Zeit ein wenig, jedoch sollte man nicht hoffen, dass zu kleine Skates langsam die richtige Größe bekommen.
Wichtig ist, dass der Spann fest sitzt (hier findet die Kraftübertragung statt), der Druck sollte sich über den ganzen Fuß gleichmäßig verteilen. Verschiedene Modelle sind unterschiedlich weit geschnitten, die Unterschiede sind schnell zu spüren. Stell dich auf die Skates, gehe leicht in Vorlage (Knie etwa über der Fußspitze) und überprüfe, ob irgendwas drückt. Oft ist der Knöchel dabei eine Problemzone. Wenn du dann die Knie durchdrückst, sollten die Zehen leicht vorne anstoßen (anders als bei Laufschuhen, wo der Fuß Platz zum Abrollen haben muß).
Ein geschultes Auge wird sehen können, ob du auf den Skates nach innen oder außen knickst. Wenn das der Fall ist, heißt das, dass die Position der Schiene an diesem Skate für dich ungeeignet ist. Es kann auch sein, dass dir noch die Muskulatur zur Stabilisierung fehlt, dann ist dringend zu einem härteren Schuh zu raten. Sogenannte Softboots werden oft als Verkaufsargument genannt, sind aber nicht immer die beste Wahl.
Wer dauerhaft mit abgeknickten Füßen skatet, ruiniert sich diese und hat selten Spaß am Skaten. Achtet mal beim nächsten Nachtskaten darauf, bei wievielen Leuten das der Fall ist (nach innen knicken).
Halte dich irgendwo (gut) fest und verlagere dein Gewicht immer weiter auf die vorderen Rollen. Bleibt die Ferse fest im Schuh, oder bewegt sie sich nach oben? Auch dieser Punkt ist sehr wichtig für die Kraftübertragung (und die Vermeidung von Blasen
).
Probiere verschiedene Modelle an, um ein Gefühl für die Unterschiede zu entwickeln. Nimm dir Zeit. Lasse die Skates längere Zeit an und überprüfe oben genannte Punkte.
Viel Erfolg beim Kauf!
Dieses Modell hat vorne kleine und hinten große Rollen. Wofür ist das gut?
man nennt dieses Rollen-Setup "Hi/Lo". Es wird vor allem beim Inline-Hockey verwendet, da man dort genannte Eigenschaften benötigt. Je größer eine Rolle ist, desto ruhiger läuft diese und mit ihr der Schuh, an dem sie befestigt ist und mit dem Schuh der ganze Skater. Kleinere Rollen sind wendiger, vor allem kann die verwendete Schiene kürzer sein. Kürzere Schiene bedeutet nochmals mehr Wendigkeit.
Link zum Thema:
Was ist der Vorteil einer Aluminium-Schiene im Vergleich zu einer Kunststoff-Schiene?
Es gab eine Zeit, da galten Aluminium-Frames (die Schiene wird im Englischen "Frame" genannt) als stabiler (verwindungssteifer) gegenüber Plastik-Schienen. Mittlerweile wird dies ebenso wie die ABEC-Bezeichnung von Kugellagern als Marketing-Schlagwort benutzt. Alu-Frames sind nicht mehr unbedingt haltbarer als Kunststoff-Frames, wenn sie, wie in letzter Zeit häufig beobachtet, aus zwei gebogenen Teelöffeln bestehen.
Ist ABEC 5 noch die angesagte Kugellagerqualität oder ist der Standard schon bei ABEC 7, 9 oder sonstwo?
Die ABEC-Bezeichnung hat nichts mit der tatsächlichen Güte der Lager zu tun. Je nach Hersteller kann ein Lager mit gleicher ABEC-Bezeichnung sehr gut oder sehr schlecht sein. Hersteller nutzen ABEC gern, um ihre Lager gut (und vor allem teuer) zu vermarkten. Lass dich nicht verrückt machen, du wirst den Unterschied zwischen ABEC 5 und 9 nicht merken, vermutlich gibt es ihn oft nicht einmal.
ABEC (Annual Bearing Engineers Commitee) bezeichnet die Fertigungstoleranz der verwendeten Bauteile eines Kugellagers, jedoch nicht Festigkeit, verwendetes Material und Oberflächenbeschaffenheit dieser Teile. Aus einem ABEC-9 Lager minderer Qualität kann somit binnen Minuten ein ABEC-1 Lager werden (wenn es nicht sogar ganz zerfällt). Ein ABEC-3 Lager guter Qualität kann hingegen viele Jahre ohne spürbare Veränderung gefahren werden.
Wechseln wir den Maßstab und nehmen wir an, du fährst 50 km mit dem Rad (spielst also die Lager-Kugel): Die ABEC-Norm gäbe dann als Fertigungstoleranz für die Straße vor, dass bei ABEC 1 die Höhendifferenz max. 10 m betragen darf. Das kann sehr gut sein (1 x 10 m auf 50 km ist kaum merklich) oder sehr schlecht, wenn die Strecke ständig 10 m auf und ab geht. Und über die Qualität des Straßen-Belages schweigt sich die Norm ganz aus: Von spiegelglattem Asphalt bis zur schlaglöchrigen Buckelpiste ist alles möglich.
"Für Inline-Lager ist die ABEC-Norm so interessant wie die DIN-A4-Norm für Marmelade" Peter Lang in drsi.
Link zum Thema:
Ich will Speedskater werden: Wieviele Rollen sollte der Skate haben, und wie groß sollen diese sein?
Wenn du mit dem Skaten erst anfängst, dann ist die Antwort klar: Nimm einen guten Marken-Skate mit vier kleinen Rollen (4 * 78 mm), in den später auch 80er Rollen montiert werden können. Die Schiene ist relativ kurz (knapp 250 mm) und wendig und damit gut geeignet für das Grundlagen- und Sicherheitstraining. Mit den 80er Rollen kannst du auch deine ersten Wettkämpfe bestreiten, für einen Marathon in 1:45 passt das Material allemal, und für Abfahrten mit 35 km/h auch. Wenn du beim Training nur noch von wenigen Radfahrern überholt wirst, und wenn die alle Rennmaschinen haben,...
...dann willst du sowas auch. Jetzt (aber wirklich erst jetzt) hast du die Kraft und die Technik, die nötig ist, um von längeren Schienen (ruhigerer Geradeauslauf) und größeren Rollen (halten die Geschwindigkeit besser, Vorteile bei rauhem Asphalt) zu profitieren. Evtl. kannst du bei der Gelegenheit auf einen flacheren Halbschuh umsteigen. Auf jeden Fall musst du selbst herausfinden, welches Material zu dir (zu deiner Körpergröße, Kraft, Technik...) passt. Wenn alle Welt von 4 * 100 schwärmt, bist du vielleicht mit einer 5 * 80 besser bedient.
Welchen Sinn haben gewachste Schnürsenkel?
Durch das Wachs ist es möglich, den Schuh an verschiedenen Stellen unterschiedlich fest zu schnüren, zum Beispiel im Spann sehr fest, oben lockerer. Wären die Schnürsenkel ungewachst, würde sich der Spann langsam lösen, weil die gesamte Schnürung ja "Luft" hat. Wird vor allem im Hockey-Bereich viel verwendet.
Link zum Thema:
Meine Füße schmerzen bereits nach kurzer Zeit, was mache ich falsch?
Dies hört man oft von Leuten, die das erste mal skaten. Trägst du in normalen Schuhen Einlagen? In aller Regel können die auch beim Inline-Skaten verwendet werden, um deinen Fuß zu stützen. Frage deinen Orthopäden. Seltener (wenn auch oft vermutet) ist zu enge Schnürung der Grund. Hier musst du dich langsam herantasten. Variiere die Festigkeit der Schnürung, um herauszufinden, ob dies der Grund ist. Das häufigste Problem ist jedoch die bisher nur schwach ausgebildete Muskulatur. Da skaten für den Körper einen neuen Bewegungsablauf unter Einsatz vorher "unbekannter" Muskeln darstellt, werden diese zu Beginn mehr als gewöhnlich beansprucht. Dies kann sich durch Schmerzen oder leichte Krämpfe bemerkbar machen. Die allgemeine anfängliche Fahrunsicherheit trägt einen weiteren Teil dazu bei. Die Schmerzen treten meist im mittleren Bereich der Fußsohle auf, also "unter" dem Fuß. Dann hilft nur ein langsames Herantasten, um die für die Stabilisierung des Sprunggelenkes wichtigen Muskelpartien zu stärken. Einigen Skatern hilft es auch, einen anderen Schuh zu benutzen, da sie dort (bewusst oder unbewusst) anders drauf stehen.
Um deine Muskulatur zu stärken, oder auszuprobieren, wie gut sie ausgebildet ist, schnüre deinen Schuh nur über den Spann und fahre ihn oben ganz locker, ohne Schnürung und Schnallen. Nun solltest du (zunächst langsam bitte!) fahren können, ohne umzuknicken. Die Kraftübertragung findet, wie bereits erwähnt, über den Spann statt, der Schaft dient "nur" der Stabilisierung des Sprunggelenkes.
Worauf sollte ich bei der Schutzausrüstung achten?
Knieschoner sollten mit der harten Fläche das Knie ein wenig umschließen, damit sie auch bei einem seitlichen Sturz genügend Schutz bieten. Sie sollten unbedingt eine Art Strumpf haben, in den mein reinschlüpfen kann. Die Klettverschlüsse allein reichen nicht - im Falle eines Sturzes verrutscht der Knieschoner so zu leicht. Mittlerweile gibt es diese "Strümpfe" auch mit Reißverschluss, wer hat es nicht schon einmal verflucht, die Knieschoner vergessen zu haben, als die Inline-Skates schon angezogen waren?
Auch die Ellenbogenschoner sollten diesen Strumpf haben, um nicht zu verrutschen.
Handgelenkschoner sollten sowohl auf der Handober- als auch Unterseite (
) verstärkt sein, um ein Umknicken des Handgelenkes zu verhindern. Die Handfläche sollte ausreichend groß sein, um auch den Handballen in Richtung Daumen zu schützen.
Der Helm muss vor allem gut passen, also nicht drücken (aber auch nicht rumschlackern, wie oft beobachtet!). Gut belüftet sind mittlerweile eigentlich alle, aber eine Erwähnung ist es trotzdem wert. Allen Skatern außer den Speedskatern
möchte ich von Speedhelmen und Fahrradhelmen abraten, da sie den Hinterkopf nur ungenügend schützen. Gerade bei Anfängern sind Stürze aus langsamer Geschwindigkeit und aus dem Stand zu beobachten, der Hinterkopf muss geschützt sein! Fragt im Handel nach Stunt-/Hockeyhelmen und vergleicht die verschiedenen Formen.
Alle Protektoren müssen anprobiert werden. Nur so kann man sicher sein, dass sie fest und sicher sitzen.
Quelle: SkateWiki http://www.skatewiki.de/drsi/SkateNeukaufFaq
